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Projekte - Denkmalpflege

Die Denkmaltopografie erfasst den Denkmälerbestand eines bestimmten Gebietes im Rahmen einer Inventarisation der einzelnen Objekte. Dabei steht die textliche und bildliche Aufnahme mit einer Begründung für die Einstufung als Kulturdenkmal im Vordergrund. Hierfür werden die Orte eines Kreises systematisch begangen, die Denkmäler registriert, in Karten verzeichnet und fotografisch dokumentiert. Denkmalensemble und Einzelgebäude können - in Abhängigkeit vom geplanten weiteren Verfahren - unterschiedlich ausführlich dokumentiert werden.
Das bauhistorische Gutachten beinhaltet eine detaillierte Baubeschreibung mit Erfassung der einzelnen Bauphasen sowie eine ausführliche Archivrecherche, die das Objekt in seinen sozial- und nutzungsgeschichtlichen Kontext stellt. Dieses Gutachten bildet das Grundgerüst für Erkenntnisse zur Historie eines Gebäudes und ist die Basis für anstehende Sanierungen.
Die Fotodokumentation, wahlweise in schwarz - weiß oder farbig, bildet bestimmte Eigenheiten des Denkmals ab und gibt einen ersten Raumüberblick.
Das Raumbuch wird ergänzend angelegt, um weitere Sachverhalte zu dokumentieren. Detailstudien, wie z.B. von Fensterprofilen, Türgewänden etc. dienen in der Regel als Hilfsmittel bei geplanten Umbauten oder Veränderungen des Denkmals.
Aufmaße, je nach Notwendigkeit in verschiedenen Genauigkeitsstufen, ergänzen die Dokumentation. Sie werden bis zur Stufe 2 angeboten. Für Aufmaße der Stufe 3 und höher kann der Kontakt zu Institutionen vermittelt werden, die diese fachgerecht anfertigen.
Lassen sich aus den vorgenannten Maßnahmen Bauphasen nicht hinlänglich datieren, ist die Entnahme von dendrochronologischen Proben die wichtigste Datierungshilfe. Die Auswertung erfolgt durch ein erfahrenes Fachbüro.
Die vollständige Erfassung eines Denkmals beinhaltet die Darstellung desselben sowie Zusammenhänge sämtlicher mit ihm in Verbindung stehender Objekte. Diese werden sowohl schriftlich als auch bildlich erfasst.
Alle Arbeitsschritte, die gemeinsam eine Einheit bilden, können auch einzeln beauftragt werden.

Frankfurt am Main, Kleine Rittergasse 9A / 11 
Inmitten des Zentrums von Alt-Sachsenhausen liegen die beiden Gebäude Kleine Rittergasse 9A und 11, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Hand eines Besitzers gelangten. Er verband sie mittels eines eingeschossigen Zwischenbaus miteinander und richtete hier eine Gaststätte ein. Nach einem Brand Ende der 1980er Jahre und mangelnder Bauunterhaltung befinden sie sich heute in schlechtem Zustand. Als Grundlage für Entscheidungen über die künftige Nutzung erarbeitete das Kultur-Büro AHB die Baugeschichte beider Gebäudeteile und führte eine Bestandserfassung der erhaltenen bauhistorischen Details durch. Dabei konnte durch Auswertung dendrochronologischer Proben eine Mann-an-Mann Decke im Gebäudeteil 11 in das Jahr 1764/65 datiert werden.



Löhnberger Mühle, Lahnstein 

Die Löhnberger Mühle, gelegen in Niederlahnstein unmittelbar am Rhein, wurde 1890 als damals größte Dampfmühle Deutschlands erbaut. Über sechs Geschosse erstreckten sich die Mahleinrichtungen im mittleren Gebäudeteil, die beiden Seitenflügel nahmen Silos und Reinigungsgeräte auf. Ein Verwaltungsgebäude, Arbeiterwohnhäuser, ein Wasch- und Speisehaus sowie ein Transformatorengebäude mit Uhrenturm ergänzen den Bestand und stehen heute unter Denkmalschutz.
Zur Vorbereitung anstehender Umstrukturierungen auf dem Betriebsgelände, das als internationaler Lager- und Umschlagplatz dient, fertigt AHB bauhistorische Gutachten aller Gebäudeteile an und beteiligt sich an der Entwicklung neuer Nutzungskonzepte für ausgewählte Bereiche.



Frankfurt am Main, Hochstraße 33


Das Haus Hochstraße 33 wurde 1835 durch den Frankfurter Rat Beil in den damals noblen neuen Wallanlagen als siebenachsiges Wohnhaus erbaut. 1926 zog die Stempelfabrik Mosthaf ein, nachdem die ursprünglich als Garten angelegte benachbarte Fläche zweistöckig bebaut worden war und die Fassade die schlichten klassizistischen Elemente des Haupthauses erhalten hatte.
Aufgabe von AHB war es, die Baugeschichte zu erarbeiten, die vor allem in Inneren erhaltenen klassizistischen Elemente zu dokumentieren und zu interpretieren sowie einen Bauphasenplan zu erstellen.



Asslar-Werdorf, Luthermühle 

Die Luthermühle im Asslarer Ortsteil Werdorf ist urkundlich seit 1438 als herrschaftliche Bannmühle nachweisbar. Von 1686 bis 1739 gehörte sie der Familie Luther, die ihr ihren Namen gab. Nach einem Brand im Jahre 1900 wurde sie wieder aufgebaut und Ende der 1920er Jahre umfassend modernisiert. Aus dieser Zeit stammt die überwiegende Mehrzahl der Einrichtungsgegenstände, die bis heute vollständig erhalten sind.
In einem ersten Arbeitsschritt wurde das gesamte stehende und laufende Gut fotografisch erfasst und in ein Mühlendiagramm eingebunden, um die Funktion der einzelnen Geräte festzuhalten. Mit Abschuss dieser Arbeiten wurde das Kultur-Büro AHB beauftragt, ein Nutzungskonzept für seit 1988 stillgelegte Mühle zu erarbeiten.


Mönchhofkapelle, Raunheim  
Wenig nordöstlich von Raunheim steht die 1687 konsekrierte Mönchhofkapelle am Rande eines von einer Mauer eingehegten Friedhofs. Seit 1960 auf Industriegelände gelegen und somit der Öffentlichkeit entzogen, fanden dort weder Gottesdienste noch Bestattungen statt. Dieser Umstand begründet, warum der Friedhof heute ein überregionales Kleinod ist: dort finden sich Grabsteine der Zeit von 1688 bis 1960 und zeigen einen Querschnitt durch die Sepulkralkultur von fast drei Jahrhunderten.
Aufgabe von AHB war es, die Geschichte der Kapelle und des Friedhofes zu recherchieren. Im Rahmen der Untersuchung konnten nicht nur das bislang unbekannte konkrete Baujahr und der beauftragte Architekt, sondern auch Details der Baugeschichte ermittelt werden, die heute helfen, die laufenden Sanierungen historisch fundiert durchzuführen. Der Bericht ist für das Jahr 2009 zur Veröffentlichung vorgesehen. (Ganz rechts sehen Sie eins von elf bauzeitlichen Weihekreuzen, die bei den laufenden Sanierungen wieder gefunden wurden.)

Mainz-Kastel, Reduit 
Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes soll der Uferbereich des Reduit in Mainz-Kastel neu gestaltet werden. Anhand ausführlicher Archivrecherchen legte AHB eine Mappe mit 27 ausgewählten Abbildungen aus der Zeit des späten 17. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts vor, die die Entwicklung der Umgebungsgestaltung aufzeigen und als historische Grundlage des Wettbewerbes dienen.

Bischofsheim, Schulstraße

Ein ehemaliger Beisasse erbaute 1824 dieses kleine, unscheinbare Häuschen unmittelbar am Ortsdamm. Aufgabe war es, die Sozial- und Besitzergeschichte nachvollziehbar wieder aufleben zu lassen. Die Archivrecherche konnte nicht nur soziale Veränderungen - vom Beisassen über Tagelöhner hin zum Eisenbahner und Forstbeamten - nachweisen, sondern auch den Flurbesitz in Lage und Größe belegen. Ziel der Arbeit ist es, im Haus eine Ausstellung über die verschiedenen Besitzerfamilien zu installieren und das Haus für Nutzer der Wanderroute des ReginalPark Rhein-Main mit der Flur zu verknüpfen.


Denkmaltopografie Kreis Bergstraße II


Ein Teilbereich des Kreises Bergstraße ist der sogenannte "Vordere Odenwald" mit den Ortschaften Lautertal, Lindenfels, Abtsteinach, Birkenau, Fürth, Gorxheimertal, Grasellenbach, Mörlenbach, Rimbach und Wald-Michelbach. Insgesamt gilt es, die Denkmäler in 71 Dörfern und Städten und in 91 Einzelsiedlungsplätzen zu erfassen, ihre Denkmaleigenschaft zu definieren und ihre Geschichte kurz darzustellen.

Denkmaltopografie Kreis Bergstraße III 
Das sogenannte Ried ist der westliche Teil des Kreises Bergstraße mit den Ortschaften Biblis, Bürstadt, Einhausen, Groß-Rohrheim, Lampertheim, Lorsch und Viernheim. Neben der Erfassung der Häuser, Schlösser, Kirchen und Friedhöfe, wird besonderer Augenmerk auf die Kleindenkmäler gelegt, die im Zuge der vor allem seit dem frühen 19. Jahrhundert durchgeführten Entwässerungsmaßnahmen entstanden.

Altes Fort Mainspitze
Bestandteil der Bundesfestung Mainz war das 1843 erbaute Fort Mainspitze. Nachdem um 1860 die neue Eisenbahn das Terrain durchqueren musste, wurde zur besseren Sicherung das Neue Fort zwischen Bahnstrecke und Main erbaut. Noch als Reichsfestung erfuhren beide Forts 1872 Umbauten und Anpassungen an die sich verändernden Kriegstechniken. Bereits zu Beginn des 20. Jhd. wurden Teile der Festungsanlage zugunsten einer Siedlungserweiterung der Stadt Mainz aufgegeben. Die beiden Forts auf Mainspitze jedoch wurden erst im Zuge des Versailler Vertrages entfestigt. Das Neue Fort ist heute nur noch als bewaldeter Hügel wahrzunehmen. Reste des Alten Forts dienen einem Segelverein als Unterkunft.
Im Zuge der denkmalgerechten Sanierung hat AHB die Aufgabe übernommen, die Baugeschichte der erhaltenen Fragmente nachzuzeichnen und historisch einzubetten.

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